Rappelkopf.
Also ich erlaub es Ihm, von diesem Augenblick an, es wieder
zu sagen, unter der Bedingung, daß Er nicht mehr über seinen
Herrn schimpft.

Habakuk. Oh, das ist ein Mann, wies gar keinen mehr gibt. Und jetzt erlauben Euer Gnaden, daß ich Euer Gnaden umarmen darf. Euer Gnaden sind mein Wohltäter, mein Vater! Heut bringt kein Mensch mehr ein anderes Wort aus mir heraus als: Ich war zwei Jahr in Paris. (Ab.)

Rappelkopf (allein). Es ist unglaublich, der eine möcht gern ewig verliebt sein, und dieser ist wieder zufrieden, wenn man ihm erlaubt, daß er sagen darf, daß er zwei Jahr in Paris gewesen ist. Es ist lächerlich, und doch findet er seinesgleichen. Es hat halt jedermann sein Steckenpferd.

Arie
Die Welt, ich schreib ihr die Devise,
Ist bloß ein wahnberauschter Riese.
Der eine spräch gern mit den Sternen,
Der andre möcht gern gar nichts lernen,
Der dritte denkt, zum Existieren
Müßt sich die Menschheit parfümieren.
Der läuft im Wahn dem Wasser zu,
Der andre läßt dem Wein kein Ruh.
Der ist so blöd wie ein Stück Holz,
Und jener kennt sich nicht vor Stolz.
Der sitzt und erbt zehntausend Gulden,
Der läuft herum und ist voll Schulden.
Oft möcht der eine avancieren,
Der andre möcht sich retirieren.
Der Blinde möcht gern Augen finden,
Und mancher sieht und möcht erblinden.

So dreht die Welt sich immer fort
Und bleibt doch stets an einem Ort.
Der Egoismus ist die Achse,
Der Hochmut zahlt am End die Taxe.
Die Erd, es kömmt darauf heraus,
Ist nur im Grund ein Irrenhaus.
Und wie ich nach und nach gewahr,
So bin ich selbst ein großer Narr.

Dreizehnter Auftritt

Voriger. Sophie, Malchen und Lischen treten ein.

Sopie.
Lieber Bruder, was sagst du zu dem Betragen meines Mannes?
Hab ich das um ihn verdient?

Rappelkopf.
Nein, liebe Schwester, so lang ich da bin, nicht. (Beiseite.)
Wenn nicht noch was nachkommt.

Malchen (weint).
Ach Onkel, jetzt ist mein Unglück entschieden.