Kolibri. I ja!—Aber ich habe gerade mit den andern Genien um goldene Äpfel gespielt, und da hat mir meine Mutter geschafft, ich möcht' es stehen lassen und zu dir herabgehen, weil der Zauberfürst es befohlen hätte; und weil ich nicht gleich ging, so hat sie mich geschlagen (weint).
Eduard. Du armes Kind! Wer ist denn deine Mutter?
Kolibri. Eine Fee, die von ihren eigenen Mitteln lebt.
Eduard. Nun, sei nur ruhig! Sieh, wenn du mir hilfst, so verspreche ich dir nicht nur einen, sondern viele hundert goldene Äpfel.
Kolibri (plötzlich freudig). Ist das wahr? Ach, das ist schön.
(Springt vor Freuden.) Jetzt gib acht, wie ich mich ansetzen werde.
Eduard. Sage mir, auf welche Weise kannst du mir denn helfen?
Kolibri. Ich werde dir die Mittel zeigen, durch welche du zum Geisterkönig gelangst. Du mußt vorher einen hohen Berg ersteigen, und das weitere werde ich dir schon noch heimlich stecken. Du hast viele Gefahren zu bestehen; wir machen eine Luftreise. Wirst du auch standhaft bleiben?
Eduard. Gefahren stählen den Mut! Mein Verlangen nach dem
Zauberschatze wird immer glühender. Komm und geleite mich.
Kolibri. O, das geht nicht so geschwind, es ist gar ein weiter Weg; ich muß mich erst um eine Landkutsche umsehen. Du darfst dich nicht fürchten, daß ich dich umwerfe; ich bin ein guter Postillon und blasen will ich, daß dir die Ohren zerspringen werden.
Eduard. Nun gut, ich will mich reisefertig machen.