Longimanus. Nur Geduld! Weißt du was? Umsonst ist der Tod! Wenn man etwas haben will, so muß man auch etwas dafür tun; nicht wahr?

Florian. Ja, springen muß man immer was lassen.

Longimanus. Also Schwierigkeit gegen Schwierigkeit! Du sollst die diamantene Statue haben, aber—du mußt mir dafür ein Mädchen aussuchen, welches in ihrem achtzehnten Jahre ist und noch in ihrem Leben keine Lüge über ihre Lippen gebracht hat.

Florian Da kriegen wir s' nicht, die Statue!

Eduard. Hoher Herr! Du machst eine große Forderung an mich schwachen Sterblichen; doch ich will auch das Unwahrscheinliche wagen für den Besitz dieses Zauberschatzes.

Longimanus. Du willst also? Eh bien! Wenn du sie aber gefunden hast, so bringst du sie augenblicklich hierher und erwartest mich am Fuße meines rauchenden Palastes. Unterstehst du dich aber, einen Augenblick mit ihrer Übergabe zu zögern, so ist dein Leben verloren. Ja, schau' mich nur an! Ich mach' kein' Spaß! Augenblicklich, da kommt kein Pardon!

Eduard. Ich füge mich deinem Ausspruche. Doch, wie wird es mir möglich werden, diese Priesterin der Wahrheit zu erkennen? Wie kann ich erfahren, ob ein Mädchen auch nicht im Scherze noch gelogen hat! Wer im ganzen Hause wird mir das sagen können?

Florian. Nur beim Hausmeister erkundigen.

Longimanus. Da hast du recht. Da muß ich dir ein Kennzeichen geben.

Florian. Ja. fragen S' nur mich allemal; ich werd' Ihnen's schon sagen.