Alle. Was soll das bedeuten?

Amine. Ach, nimm dich meiner an; ich bin gewiß nicht schuldig!

Eduard. Nein, das bist du nicht, du gutes Mädchen. Wahrheit besteht nicht bloß durch äußere Form, sie wohnt im Innersten des Herzens, und Ungezwungenheit und Naivität dürfen immer ihre lieblichen Schwestern sein.

Veritatius. Habt ihr ihn verstanden?

Alle. Ja!

Veritatius. Ich nicht. Man verstehe ihn auch nicht!

Eduard. Höre mich, Veritatius! Ich verzichte auf die Hand aller
Mädchen deines Landes; laß mir Amine, und ich führe sie als meine
Gemahlin mit mir in mein Reich.

Modestina. Wie? Du wagst es?

Alle. Entsetzlich!

Veritatius. Ruhig! Man schweige! Sieh, Verblendeter! Weil du es wagst, meine Gastfreundschaft durch solchen Undank zu lohnen, so will ich dich auch dafür bestrafen. Du sollst sie haben; aber augenblicklich meidest du dieses Land und tust ihm nie wieder die Schande an, es zu betreten.