Amine. Was soll das alles heißen? Warum stehst du so in dich gekehrt? Hat dir Amine etwas zuleide getan?
Eduard. Ja, Amine, du bereitest meinem Herzen bitteren Schmerz.
(Für sich.) Mein Unglück ist entschieden; ich liebe sie!
Amine. Ich verstehe dich nicht; du sprichst so dunkel. Sieh, ich weiß nicht warum? aber ich habe dich in dieser kurzen Zeit so lieb gewonnen, daß ich niemanden auf dieser Erde weiß, dem ich so gut sein könnte, wie dir, und du hast doch auf der ganzen Reise verdrießliche Mienen gemacht. Komm, ziehen wir weiter; und ging' es durch den Feuerberg, ich ziehe überall mit dir.
Eduard. Es ist umsonst, ich muß es ihr entdecken. So wisse, armes
Geschöpf, ich habe dich betrogen; du wirst nicht meine Gemahlin.
Amine. Nicht?
Eduard. Nein. Siehst du jenen Feuerberg, wo die Blitze durch den
Rauch sich winden? Dort wird deine Wohnung sein; jenem
Geisterfürsten hab' ich gelobt bei meinem Leben, dich zu
überliefern.
Amine. Das hast du getan? Du? (Wehmütig.) Nein, das ist unmöglich! Du lügst—und das mußt du nicht, Amine hat noch nie gelogen.
Eduard. O hättest du es getan, so waren wir beide glücklicher!
Amine. Wirklich? Nun, so will ich das in Zukunft wieder gut machen und mir recht viele Mühe geben, es zu lernen, wenn ich nur weiß, daß dich das glücklich macht.
Eduard. Zu spät, ich kann nicht mehr zurück. Amine, du mußt mir folgen. Ich habe diesen Schwur geleistet, bevor ich dich noch kannte. Wenn ich dich dem Zauberkönig nicht überliefere, so stürzt der Augenblick, indem ich diesen Entschluß fasse, mich tot zu deinen Füßen nieder.