Flottwell und einige Gäste lehnen am Fenster.
Chor (im Tafelsaale).
Laßt brausen im Becher den perlenden Wein!
Wer schlafen kann, ist ein erbärmlicher Wicht.
Und guckt auch der Morgen zum Fenster herein,
Ein rüstiger Zecher lacht ihm ins Gesicht.
Ha! ha! ha! ha!
(Schallendes Gelächter.)
Der Bettler (zugleich mit dem Chor).
Oh, hört des armen Mannes Bitte
Und reicht ihm einen Bissen Brot!
Der Reichtum thront in eurer Mitte,
Mich drückt des Mangels bittre Not.
(Das Gelächter beantwortet gleichsam sein Lied.)
Chor.
Die düsteren Sorgen werft all über Bord!
Ein Tor, der die Freude nicht mächtig erfaßt.
Das Leben hält ja nur dem Fröhlichen Wort,
Wer niemals genoß, hat sich selber gehaßt.
Ha! ha! ha! ha!
Bettler.
Oh, laßt mich nicht vergebens klagen,
Seid nicht zu stolz auf eure Pracht!
Ich sprach wie ihr in goldnen Tagen,
Drum straft mich jetzt des Kummers Nacht.
(Er senkt sein Haupt.)
(Valentin und Rosa kommen aus dem Garten.)
Valentin. Ich hab dir schon hundertmal gesagt, daß du mit dem Kammerdiener nicht so grob sein sollst. Du weißt, was er für ein boshafter Mensch ist, am End verschwärzt er uns beim Herrn.
Rosa. Still sei und red nicht, wenn du nichts weißt. Ich muß grob sein, weil ich eine tugendhafte Person bin.
Valentin. Ah, das ist ja keine Konsequenz. Da müßten ja die
Sesseltrager die tugendhaftesten Menschen auf der Welt sein.
Rosa. Bist du denn gar so einfältig? Merkst du denn noch nicht, daß mir der Kammerdiener überall nachschleicht, daß ich nicht einmal in der Kuchel a Ruh hab.