vipria. Jetzt lebt es auf in mir; mein Plan ist reif! Wir fangen sie und sperren sie dann ein, dann will ich sehen, wer ein Gedicht hier schreibt.

arrogantia. Ich habe viel Verstand, doch dich versteh ich nicht.

vipria. Begreifs! Wer dichtet denn? Die Phantasie ists, die Gedanken schafft. Wir halten sie gefangen, dann fällt keinem Dichter etwas ein.

arrogantia. Also wird auch kein Preisgedicht gemacht?

vipria. Es wird gemacht, heut abend noch, doch zwingen werde ich die Phantasie, den zu begeistern, den ich für Hermione zum Gemahl bestimmt, und wie der aussehen wird, das kannst du dir wohl denken; und nehmen muß sie ihn, wenn er das Beste liefert: sie schwörts in diesem Augenblick im Tempel des Apoll.

arrogantia. Ein schöner Plan!—verbergen wir uns jetzt! vipria. Flieg nur, mein Vögelchen, du fliegst in unser Netz.

(Beide verbergen sich, die Statuen erscheinen wieder an ihrer vorigen Stelle, das Ritornell der Arie beginnt. Die Phantasie schwebt mit ausgespreiteten irisfarbigen Flügeln auf rosigem Nebel nieder.)

16. Szene

die phantasie allein

phantasie.
Arie.
Ich bin ein Wesen leichter Art,
Ein Kind mit tausend Launen,
Das Niedres mit dem Höchsten paart,
s ist wirklich zum Erstaunen.
Kurzum ich bin ein Kraft-Genie:
Sie sehn in mir die Phantasie.