nachtigall. Die freche Stirn—Nicht gar so gschwind, ich komm nicht nach.

phantasie (toll). Du Schafskopf, schweig!

nachtigall (stutzt, ohne zu schreiben). Was ist das für ein Vers?

phantasie. Willst du ihn zweimal hören?

nachtigall. Was die alles zusammdiktiert?—Was hab ich denn da gschrieben? (Liest das Geschriebene.) "Ich duld es nicht, ihr Blützer stürzt herab und euren glühenden Fuß drückt auf den frechen Stier—(Pause.) Du Schafskopf schweig!" Was ist denn das für eine Phantasiererei? Da phantasier ich ja besser, wenn ich das Nervenfieber hab?

phantasie. Zu gut für dich, gemeiner Wicht!

nachtigall. Das Weibsbild halt mich für einen Narren. Die Zeit vergeht; ich bring nichts zsamm. Wenn nur die zwei Schwestern von Prag da wären. Die ganze Sach ist schon dumm angstellt; ein andrer hat die Phantasie im Kopf, und ich habs bei den Füßen da. Wie soll da was herauskommen? Ich krieg schon alle Hitzen. (Er zieht den Rock aus.) O Himmel, was ist das für ein Marter um einen Dichter, dem nichts einfallt. Du mußt mir helfen, oder ich verzweifle.

phantasie. Du zwingst mich nicht, du feiger Tropf!

nachtigall. Das ist eine boshafte Person. Ich bring s um, ich schneid ihr den Kopf ab und nimm ihr die Gedanken heraus. (Läuft zu dem Tisch.) Ich setz mich nochmal nieder. (Liest den Titel.) Hermione!—Diktier weiter! (Boshaft in den Tisch trommelnd.) Hermione—sie hört mi halt nit an; ich fahr durch die Luft. Jetzt hab ich die Gedanken von allen Dichtern in der Welt (Auf die Phantasie zeigend.) in diesem Binkel da beisamm und ich hab von dem ganzen Gedicht noch nichts fertig als das einzge Wort: Hermione; da kann ich doch den Preis nicht kriegen damit? Ich verzweifel.

phantasie. Ha, ha, ha! Das freut die Phantasie.