(Die Musik beginnt, es schlägt dreiviertel auf sieben, die
Phantasie springt ängstlich auf.)
Ha! Was ist das? die Stunde tönt,
Und Amphio ist verloren!
(Ängstlich.)
Wenn, Apoll, du mich nicht rettest,
Werd ich noch des Wahnsinns Raub!
(Trauernd.)
Durch den Äther, durch die Lüfte
Schwebt ich leichten Flugs dahin!—
Ihr ungetreuen Flügel, nur einen Augenblick
Wünscht ich euch zu besitzen, ihr wärt mein höchstes Glück!—
Entsetzlich! Entsetzlich! Wenn Phantasie so weit es bringt,
Daß sie ein Quodlibet gar singt.
Doch mir leuchtet am Himmel ein tröstendes Licht,
Ich fleh zu den Göttern, sie täuschen uns nicht!—
(Kniet.)
O Jupiter! der du mich einst aus deinem Hauptgebarst,
Der du mir stets ein gütger Vater warst,—
Kannst du die Tochter hier gefesselt sehn?
O, schleudre deinen Blitz und laß mich untergehn!
O Jupiter! Erhöre mich! Höre mich!
(Ein Blitzstrahl fährt herab und zertrümmert ihre Fessel.)
Ha, ich bin frei, hohen Dank euch ihr Götter!
Ha, wie durchströmt mich dies freudige Sein!
Fort sind von mir jetzt die lästigen Ketten!
Schnell hin zu Amphio, ihn zu befrein!
Amphio, halt! Amphio, halt! Die Phantasie ist frei!