Simplizius (in höchster Angst). Ums Himmels willen, das nimmt ja gar kein End'. (Die Knie schnappen ihm zusammen.) Ich trau' mich gar nicht aufzutreten mehr. Führt's mich hinein. (Der Diener führt ihn unter dem Arm, er spricht unter dem Abgehen:) O schlechtes Volk! Eine Fremdengruft haben s', das gelbe Fieber, etwas Pest, Epaminondas—ein' Beinbruch auch. O Angst, wann ich hier stirb', mein Leben sehn s' mich nimmermehr. (Schleppt sich ab, von den Dienern geführt.)

Siebenundzwanzigste Szene. (kurzes Gemach in Thestius' Hause mit zwei Seitentüren.)

Thestius. Ewald.

Thestius. Du bist gemeldet bei dem König, Fremdling, als unsres Landes wunderbarer Retter. Seit frühmorgens sind schon die Minister all um ihn versammelt. An unheilbarem Übel liegt der Herrliche danieder, und wie der Mensch durch höhern Schmerz den mindern nicht fühlt, so klagt das Volk mit edler Lieb' bei seines Königs hohem Leid, daß es ob dem Gestöhn' das eigne groß vergißt.

Ewald. O, wie entzückend ist es, so geliebt zu sein.

Thestius. So liebt der König auch sein treubewahrtes Volk, und gleichen Sieg erringt sein edles Herz. Wie glücklich wär' dies Land, wenn nicht der unbarmherz'ge Fürst der unterird'schen Schatten—

Achtundzwanzigste Szene.
Vorige. Hermodius eilig und bestürzt.

Hermodius. Wo ist der Weise aus Ägyptens Zauberlande, der Rettung bietet dem bestürzten Volk?

Thestius. Du siehst ihn hier voll sanfter Würde stehn.

Hermodius. Beweisen magst du nun, daß gute Götter dich mit wunderbarer Zauberkraft begabt; du mußt zum König schnell, es will sein Geist Elysium erkämpfen, doch sendet Hades schauervolle Bilder, mit Schreckensnacht sein Auge zu umgarnen, und Furien, furchtbar anzuschauen, mit Schlangen reich umwunden, auf faulen Dünsten schwebend, durchrauschen das Gemach. Nun sprich; kannst du des Orkus Nacht durch Eos' Strahl erhellen?