Ewald. Unerhört, und wie er fiel, was dann?

Simplizius. Dann bin ich auch davong'loff'n. Was weiter g'schehn ist, weiß ich nicht, vermutlich haben sie eine Schwein aufgehoben.

Ewald. Also nach der Tat haben Sie den Mut verloren?

Simplizius. Versteht sich, das ist ja eben das Großartige; vorher ist's keine Kunst. Kaum ist der Eber in seinem Blut dagelegen, ist er mir noch zwanzigmal größer vorg'kommen als vorher, so daß ich zu zittern ang'fangt hab', und hab' ihn nicht ansehn können mehr. Alles hat zwar g'schrien; Halt, verweil', du großer Held! Aber ich hab' mir gedacht, schreit ihr zu, solang ihr wollt, ich bin nicht der erste Held, der davon g'loff'n ist, und werd' auch nicht der letzte sein—und bin fort.

Geschrei (von innen). Heil dem größten aller Helden!

Simplizius. Hören S', sie schrein schon wieder. Gibt kein' Ruh', das Volk.

Ewald. Simplizius, Sie werden reichen Lohn erhalten.

Simplizius. Glauben S', daß was herausschaut? Ich werd' ihnen schon einen rechten Konto machen, was ich an Eberarbeit g'liefert hab'. Oder sie sollen mich nach dem Pfund bezahlen. Ich lass' ihn beim Wildbrethändler wägen, was er wägt, das wägt er. Punktum! (Aloe zeigt sich am Fenster.) Doch sagen Sie mir, wann werden wir denn einmal das Reich erretten, wenn immer etwas dazwischen kommt? Bald ein Erdbeben, bald ein Eber.

Ewald. Dafür lassen Sie die Götter sorgen, wir gehorchen nur. Sehen
Sie doch nach jenem Fenster.

Simplizius. Ah, da schau' ich nicht hinauf.