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| Fig. | 1. | Antike Sonnenuhr | [6] |
| „ | 2. | Wasseruhr von P. Athanas Kircher | [14] |
| „ | 3. | Sanduhr aus dem 16. Jahrhundert | [15] |
| „ | 4. | Oeluhr | [20] |
| „ | 5. | Aelteste Hemmung (Waagunruhe) | [28] |
| „ | 6. | Waageuhr | [30] |
| „ | 7. | Alte Räderuhr | [31] |
| „ | 8. | Uhr von Dover Castle aus dem Jahr 1348 | [35] |
| „ | 9. | Uhr von Lyon | [38] |
| „ | 10. | Uhr von 1392. Germanisches Museum Nürnberg | [41] |
| „ | 11. | Uhrmacherwerkstätte im 16. Jahrhundert nach Stradanus | [45] |
| „ | 12. | Zeitglockenturm in Bern | [48] |
| „ | 13. | Kalenderzifferblatt der Uhr am Zeitglockenturm in Bern | [49] |
| „ | 14. | Automatengruppe der Uhr am Zeitglockenturm in Bern | [50] |
| „ | 15. | Zifferblatt der Uhr in Solothurn | [53] |
| „ | 16. | Straßburgeruhr | [57] |
| „ | 17. | Federhaus, Schnecke und Kette | [71] |
| „ | 18. | Alte Tischuhr von 1504 | [72] |
| „ | 19. | Inneres derselben | [73] |
| „ | 20. | Taschenuhr aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts | [78] |
| „ | 21. | Zylindrische Taschenuhr aus der Zeit Peter Henleins | [79] |
| „ | 22. | Französische Taschenuhren aus der Zeit der Valois | [80] |
| „ | 23. | Totenkopfuhr | [81] |
| „ | 24. | Jost Bürgi | [86] |
| „ | 25. | Galilei | [89] |
| „ | 26. | Pendeluhr Galileis | [92] |
| „ | 27. | Galileische Hemmung | [93] |
| „ | 28. | Christiaan Huygens | [96] |
| „ | 29. | Pendeluhr von Huygens | [102] |
| „ | 30. | Pendelaufhängung | [105] |
| „ | 31. | Aeußeres einer Huygensʼschen Uhr | [105] |
| „ | 32. | Entstehung einer Cykloide | [110] |
| „ | 33. | Halbcykloide | [111] |
| „ | 34. | Hemmung von Clement | [115] |
| „ | 35. | Graham | [116] |
| „ | 36. | Graham-Anker | [117] |
| „ | 37. | Stiftehemmung | [118] |
| „ | 38. | Mannhardtʼsche Uhr | [119] |
| „ | 39. | Riesterʼs Hemmung, Vorderansicht | [123] |
| „ | 40. | „ „ Seitenansicht | [124] |
| „ | 41. | „ Astronomische Uhr unter Glas | [126] |
| „ | 42. | Rostpendel | [127] |
| „ | 43. | Quecksilberpendel | [129] |
| „ | 44. | Nickelstahlpendel | [130] |
| „ | 45. | Einfachste elektrische Uhr | [132] |
| „ | 46. | Schematische Kontaktvorrichtung | [133] |
| „ | 47. | Vorderansicht einer Uhr von Hipp | [134] |
| „ | 48. | Seitenansicht „ „ „ „ | [135] |
| „ | 49. | Kontaktvorrichtung von Hipp | [136] |
| „ | 50. | } System Magneta | [137] u. [138] |
| „ | 51. | ||
| „ | 52. | Pneumatische Uhr | [140] |
| „ | 53. | a. b. Zwei Taschenuhren mit Automaten | [141] u. [142] |
| „ | 54. | Ringuhr c. 1780 | [143] |
| „ | 55. | Kleine Uhr von 1680 | [143] |
| „ | 56. | Uhr von Beaumarchais und Genferuhr | [143] |
| „ | 57. | Zylinderhemmung, vergrößert | [146] |
| „ | 58. | Wirkungsweise der Zylinderhemmung | [146] |
| „ | 59. | Schweizer Ankerhemmung | [147] |
| „ | 60. | Kompensationsunruhe | [148] |
| „ | 61. | Chronometer | [155] |
| „ | 62. | Chronometerhemmung | [156] |
| „ | 63. | La Chaux-de-Fonds | [166] |
| „ | 64. | Breguet | [168] |
| „ | 65. | Aelteste Holzräderuhr von 1613 | [175] |
I.
Die Zeitmesser der alten Völker.
Die Worte der Genesis: „Es wurde Abend und es wurde Morgen, ein Tag”, geben uns einen Fingerzeig über das zuerst angewandte Zeitmaß: den scheinbaren Umlauf der Sonne. Nach ihrem Auf- und Untergang berechnete der Mensch die Tage, ohne jedoch damit vorläufig ein eigentliches, genaues Zeitmaß zu haben. Mond und Sterne wurden ebenfalls schon in den ersten Zeiten beobachtet, um auf das „Wie spät ist es?” eine Antwort geben zu können. Der Wechsel des Mondes führte allmählich zum Begriff „Monat”; Sommer und Winter mit je sechs solchen Wechseln bildeten das Jahr.
Die fortschreitende Kultur verlangte aber bald eine genauere Messung; diese finden wir im Begriff „Mittag”. Sein Ursprung ist wohl bei den Chaldäern, Babyloniern und Aegyptern zu suchen; die westlichen Völker, so z. B. die Römer, überkamen ihn erst ziemlich spät von den Griechen. Ein öffentlicher Diener der Konsuln mußte diesen Mittag ausrufen, sobald er von der Kurie aus die Sonne zwischen den Rostren und dem Gesandtenpalast stehen sah. In den zwölf Tafeln findet sich auch zuerst die Bezeichnung „ante meridiem” vormittags; man brauchte aber bei den Römern mit Vorliebe, wie aus vielen Stellen der antiken Texte hervorgeht, den Ausdruck „hora sexta” (sechste Stunde).[1]
Uebrigens mochte schon von Anfang an der Magen die Stelle einer ersten Tageseinteilung vertreten, wie denn auch nach Aulus Gellius[2] Plautus in einer verloren gegangenen Komödie einen Schmarotzer sagen läßt: „Daß die Götter den verdammen, der zuerst die Stunden erfand und deshalb diese erste Sonnenuhr setzte, die mir Armen stückweise den Tag verkürzt. Als Knabe war der Bauch meine Sonnenuhr, unter allen die beste und richtigste. Ueberall mahnte diese zum Essen, außer wo nichts zu essen war; jetzt aber wird auch was da ist, nicht gegessen, wenn es der Sonne nicht gefällt” u. s. w. — Das Kriegswesen der Römer brachte bald auch die Einteilung der Nacht in sog. Vigilien, vier an der Zahl[3].
Als weiteres Mittel der Zeitbestimmung diente auch schon früher der Haushahn. Die Römer führten ihn mit sich auf ihren Kriegszügen, daher war er dem Mars geweiht. Weil er zweimal kräht, das erstemal um Mitternacht, dann vor Tagesanbruch, so ließ sich mit dieser Uhr allenfalls auskommen, so lange keine große Genauigkeit erforderlich war, wie ja auch jetzt noch der Hahn bei den Landleuten vielfach als Wecker dient. Uebrigens blieb dieses streitbare Tier noch lange Begleiter der Heere; so führten in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts die Burgunder bei der Belagerung von Calais unter Philipp dem Guten viele Hähne mit sich, damit sie ihnen die Mitternacht und den Beginn der Dämmerung anzeigten. Zum gleichen Zwecke nahmen auch die Seefahrer Hähne mit sich[4].
Viel leichter aber und genauer läßt sich irgend eine Tageszeit aus der Länge des Schattens, d. h. aus der Sonnenhöhe bestimmen. So finden wir auch tatsächlich in den ältesten Nachrichten neben den später zu erwähnenden Wasseruhren Sonnenuhren genannt. Sonnen- und Wasseruhren sind also die ältesten Zeitmesser.
Die Erfindung der Sonnenuhr liegt vollständig im Dunkeln; vielleicht benutzten die Aegypter die Obelisken als Sonnenzeiger, vielleicht ist sie babylonischen Ursprungs. Gewöhnlich wird als ihr Erfinder der Chaldäer Berosus (ca. 600 v. Chr.) genannt,[5] der seine Heimat verlassend, auf der Insel Kos, gegenüber Milet, eine Schule errichtete und so die Kenntnis der Sonnenuhr den Griechen vermittelt hätte.[6]