Klaus. Albert — verzeih', daß ich ein Herz besitze, welches in Erwägung gewisser Dinge überschäumt . . 's ist ein Krampf, der — der die Brust schnürt und Gedanken mir eingiebt — Gedanken, Albert, ach! ich mag keine verrathen; die alte Frau könnte schamroth werden.

Albert (ihn an seine Brust drückend). Steckt doch ein guter, guter Kerl in ihm! — Ja, Du kommst ein gottgesandter Bote, mich zu trösten und erheben, Du, Du — wer hätt's gedacht! mein tief verstoßner Bruder!

Klaus. Ich an Deiner Stelle, Albert, — benutzte die Million in spe für Mörser und Bomben; würde Rekruten, rüstete ein standfest Heer — für Geld ist Alles feil, Pulver und Blei, Brandraketen und Feldmeister, Eid und Treue! — und eröffnete dann eines schönen Morgens mit dem Hause Questenberg den Krieg; zöge vor das Schloß, verläse die christlichst angefertigten Artikel und fragte, ob man unsers Glaubens werden wollte — Wenn Nein die Antwort — bum, bum, pau, pau, piff, paff . . . Der Gedanke elektrisirt mich, Albert. Möchte mich dabei in Glorie zeigen; möchte als Herold im schwarzen Mantel mit rothem Kreuz, weißprangenden Federhuts, staatsretterlich gekniffenen Gesichts, dem feinsten Fuchs beweisen, daß seine Kunst zu Ende . . . Kann Dich der Geldsack beglücken? Wozu nützt Dir ein Capital, das sich in's Riesige von Jahr zu Jahr vermehrt? Bist Du gewöhnt im Sündenpfuhl des Reichthums vom Mark der Menschheit geistlos zu schmarotzen? Ich rathe Dir, leg's an auf Deines Herzens sichre Rente!

Albert. Du giebst mir herrliche Ideen . . . Ich werde Deinem Rath entsprechen, doch in meiner Weise.

Klaus. Heil Brutus Dir!

Albert (den Brief nachlesend). Um zehn Uhr — 's ist jetzt die Zeit. Mich drängt's dem fremden Gönner aufzuwarten. — Frau Mutter, ein Wörtlein in Begleitung. (Mit ihr am Arm ab.)

Klaus (mit burlesken Schritten des Stolzes und der Kraft, persiflirt er singend hinter ihnen her).

Allons, enfants de la patrie — hi, hi,
Le jour de gloire est arrivé: — he, he.
Contre nous, de la tyrannie — hi, hi,
L'etendard sanglant est levé — he, he . .

(Die Melodie des Liedes verhallt in der Ferne.)