Albert. Der Schmach von Ihnen mir aufgebürdet! . . Erbleichen Sie nicht mehr, Gott hat gerichtet!
Questenberg. Nimm — diese Summe gehört Dir!
Albert. . . . Das heilige Evangelium lehrt uns die Missethat hassen — nicht ihre botmäßige Hand, die ein blindes Glied am Körper unserer Menschheit ist — Ich verzeihe Ihnen.
Questenberg. Du! Du!
Albert. So wahr ich Ihr schwacher Bruder bin, der mit dem Apostel sich eitel rühmt: seht, alles duldete ich zur Erlösung aus der Sünde, ich ließ mich von Euch übervortheilen, verleumden, entehren, mit Füßen treten, in Ketten schlagen und nun stehe ich da, abgetödtet in meiner Leidenschaft, gleichgiltig für irdische Freuden, gebrochenen Herzens — ein verklärter Geist, zu dessen Füßen ihr Euch im Staube krümmt!
Questenberg. Das sprichst Du ironisch nur. — Entlaste mich dieses Judasgeldes, lass' mir ernten, was ich gesä't: Qualen der Hölle!
Albert. Denken Sie an die tausend nothleidenden Familien, die ihnen Arbeit, Gesundheit und Leben zum Opfer brachten und unverantwortlich sind für die Schuld, in welche Ihr Fall sie stürzt!
Questenberg. Geh', bezahl' die Gläubiger in meinem Namen — mir fehlt die Kraft.
Albert. Auch das noch? — Traun, ich bin kein Pharisäer und Schriftgelehrter, der das Christenthum nur mit der Zunge übt!
Questenberg. Lass', lass' — ist's eine Strafe für mich, so muß ich's thun.