Questenberg. Ob Sie des Mitleids würdig oder der Bewunderung, ob Weisheit oder Wahnsinn Sie beherrschet, zag' ich zu entscheiden.

Albert. Im Geben, nicht im Nehmen, theurer Herr, bestehen meine Freuden.

Questenberg. Gedächten Sie auch meiner dann in Großmuth!

Albert (ihm gerührt die Hand schüttelnd). Verzeihung, ach, was wäre das! ein leerer Schall! Nein, dienen wir fortan der Zeit als echte Menschen, streben ihrer kranken Glieder große Noth durch gutes Beispiel, Rath und That zu mildern, und schnell verwandeln die gewalt'gen Schmerzen, welche unser Herz entzwei'n, in Achtung sich und Bruderliebe!

Questenberg. Amen! Amen! Sie braver, wackerer Mann! Auf solch' ein bibelfestes Wort, komm her und reich' auch Du die Hand ihm! — So! so! so! Und nun, senke dich, o Nacht; der Friede ward geschlossen! —

Albert. Träumen Sie von Paradiesesengeln!

Questenberg. Geleit' mich, Sohn; ich bin ein wenig schwach zu Fuß . . . Doch still, etwas vergaß ich noch . . . Hier, der Erstling unsres neuen Webestuhls! — Die Welt wird sich darin entzückt im Spiegel schau'n!

(Albert nimmt das Stück Zeug, welches Questenberg vor ihm entfaltet, wischt seine Thränen damit und tritt zu Marie, die in des Doctors Nähe steht.)

Albert. Mädchen! — Sieh, sieh her! — Der Stoff zum Kleide für die Hochzeit und — zur Todtenfeier Deines Vaters! . . .

(Dumpfe Stimmen im Hintergrunde. Man ruft: „Platz da, macht Platz!“ — Aus weiter Ferne kündigt sich ein Gewitter an. — Die Leiche des Vater Ziemens, auf einem goldenen Stuhle sitzend, wird von Questenberg's Dienern unter Fackelschein hinten über die Scene getragen.)