Albert. Erbarmen!
Marie. — Du bist rein wie der Festglocke feierlicher Ton! — Geh' nur hin, verhalle, mein Gebet folgt Dir nach! (Sie will gehen.)
Albert. Bleib' Marie.
Marie. Was wünschest Du noch?
Albert. Herr Questenberg giebt heute ein großes Fest. Es läßt sich voraussetzen, daß er außergewöhnlich guter Laune ist. Wenn ich zu ihm ginge? Vielleicht will's der Himmel — Sollte er nicht durch die Darstellung unserer Lage zur Großmuth gestimmt werden? sollte das Gefühl seiner Bedeutung ihn heute nicht schmeicheln und . . .
Marie. Versuch's.
Albert. Bis dahin, Marie . . . (Ihm versagt das Wort. Er legt schnell einen Rock an).
Marie. Bis dahin, gut Albert, auch bis dahin! — Fahre hin gekränkter Stolz, verschmähte Liebe vergiß! Bis dahin! Nur bitt' ich Dich, eile! Kürze die schreckliche Zeit der Ungewißheit! Sprich mit feurigen Zungen, male unser Elend, daß es Steine zu Thränen rührt, stelle das Herz des kalten Gebieters mehr auf die Probe als ich das Deine — O, nicht alle Menschen sind unbezwingbar! Nur Muth, Albert!
Albert (macht einen Wink nach oben und geht).
Marie (blickt ihm von tiefem Schmerz ergriffen nach).