Die Vorigen ohne v. Zitterwitz.
Blashammer (zu Adelgunde in melancholischem Tone seufzend). Wer kann sagen, ob man morgen noch am Leben ist! (Er setzt sich zu ihr.)
Adelgunde. Was fehlt Dir mein Vater?
Blashammer. Die Freude und Seligkeit des Herzens! . . . Wo andere singen, springen und scherzen, bin ich zum Weinen aufgelegt.
Adelgunde. Woher kommt das?
Blashammer. Gott weiß! . . Ich denke, Du wirst Deinen Vater nicht mehr lange besitzen. . .
Adelgunde. Einbildungen, Väterchen, nichts als Einbildungen.
Blashammer. Könnt' ich ihnen widerstehen! sie nehmen aber meine ganze Seele gefangen! — fast alle Nächte träumt mir von Hobelspänen, Kirchhöfen, Särgen, Priestern in schwarzen Talaren — Wie Du weißt, ging ich in früheren Jahren nur höchst selten zur Kirche, jetzt darf ich keinen Sonntag versäumen und häufig drängt's mich noch Dienstag's und Donnerstag's die Wochenpredigt dem wichtigen Geschäft an der Börse vorzuziehen. — Alles das bedeutet nichts Gutes! Aufgerieben ist meine Gesundheit, abgenutzt meine Seele! Die geringste Aufregung wirkt schädlich auf die Verdauung, der kleinste Schreck verursacht mir schlaflose Nächte . . .
Adelgunde. Du mußt auf solche Kleinigkeiten nicht achten.
Blashammer. 's ist leicht gesagt! — Um jedoch von einer wichtigeren Sache zu sprechen! Sieh', dieweil mich solche traurige Ahnung erfüllt, wirst Du's natürlich finden, daß ich mein Gewissen mit dem Himmel in Harmonie zu bringen trachte. . . Schon vor einigen Tagen gab ich Dir einige Winke in Betreff — Erräthst wohl schon mein Täubchen? Schlag' Deine Augen nur auf, blicke mich nur liebreich an. Das Heirathen ist keine schamhafte Angelegenheit, sondern etwas ganz Gewöhnliches, 's ist von Gott eingesetzt und unsere erste und oberste Pflicht vor allen andern Dingen . . . Ich will Dich indessen schonen, wenn Du davon ungern hörst: hi, hi, hi, im Augenblick wird Dein Ehekandidat erscheinen.