Marie. Ich verlange keine blinde Gunst für ihn —
Der Doctor. Nur Lohn des Verdienst's.
Marie. Nichts mehr, nichts weniger! — Seit Jahren arbeitet er in Ihrer Fabrik, erwarb sich das Lob aller Werkführer, auch die Aufmerksamkeit Ihres Herrn Vaters — leider aber nichts weiter! Unter die schlechtbesoldetsten unfähigsten Handwerker blieb sein edel aufstrebender Geist gebannt!
Der Doctor. Ich werde sogleich Untersuchungen anstellen und —
Marie. Vor einigen Tagen, es war vorgestern, trieb ich ihn an, Ihrem Herrn Vater seine verzweifelte Lage fußfällig vorzustellen, — derselbe mogte jedoch von nichts hören, schlug ihm jede Bitte kalt ab und aus Gründen, die der Herr Doctor nimmer theilen . . .
Der Doctor. Möglich! — Ich befehle ihn auf der Stelle zu mir . . . (Er macht Miene die Glocke zu ziehen.) Doch weshalb Weitläufigkeiten! Vertrau' ich denn nicht meiner angebeteten Freundin?! Kann sie falsch geurtheilt, falsch gewählt haben?! Der Mann ihrer Neigung muß ein guter Mann sein! . . (Mit einer schalkhaften Wendung.) Ob er auch ganz frei von Eifersucht ist?
Marie. Warum? (Lächelnd.) Auf mich? Daß ich nicht wüßte!
Der Doctor. So können wir schnell fertig werden.
Marie. Nun? . .
Der Doctor. Der Monsieur empfängt eine zufriedene Stellung und ich — darf's Ihnen nicht schenken — einen Kuß.