Vollendet aber wurde seine Entwickelung in jener Stunde, welche er einsam bei der Leiche eines von ihm selbst für den Himmel geretteten Armen auf der öden Prärie in bitterer Kälte zubrachte. Der vortrefflich gebildete Knabe, dessen Sinn in allem stets auf das Ideale gerichtet, dessen Seele mit einem reichen wohlgeläuterten Gemütsleben ausgestattet war, erblickte dort zum erstenmale eine Welt vor sich und um sich, eine Menschenwelt, in der ein heftiger Kampf um das Wohl vernunftbegabter Geschöpfe hin und her wogt. Er sah, wie die Not der Armut und die Hartherzigkeit des Reichtums sich mit den Mächten der Finsternis verbunden haben, um den Sendboten des göttlichen Heiles, in deren Dienste die Mildthätigkeit steht, die unsterblichen Seelen streitig zu machen. In jener Stunde reifte in ihm der Entschluß, an diesem Kampfe sich zu beteiligen und unter der Fahne Gottes in den vordersten Reihen zu fechten.
Noch ist dieser Entschluß unbestimmt; Percy fühlt sich unfähig, den Weg zu wählen, der ihn durchs Leben führen soll. Jahre müssen vergehen, bevor ihm der höchste Kriegsherr den Posten anweisen wird, den er im Streite zu verteidigen hat. Aber bis dahin wird ihm der große Gedanke als ein Leitstern in den Arbeiten, den Freuden und Leiden seiner Studienjahre vorschweben.
Noch ein paar Worte, und wir scheiden von unsern kleinen Mauracher Freunden.
Fränkchen wurde nach einiger Zeit in die Kirche aufgenommen; Percy war sein Taufpathe. Mit seinem Betragen ist man ganz zufrieden. Sein Lehrer aber glaubt in ihm ein außerordentliches Talent für Mathematik zu erkennen. Seine Zuneigung zu Tom und Percy nimmt täglich zu. Er will seine Ferien bei Percy zubringen.
Tom ist noch derselbe fröhliche, hochherzige, edelgesinnte Junge. Niemand weiß, daß er ein Jahr vor Percy einen ähnlichen, aber bestimmteren Entschluß gefaßt, und seine Beständigkeit auf dem guten Wege führten weder seine Mitschüler noch die meisten seiner Vorgesetzten auf die Quelle zurück, der sie entstammt.
In den Ferien wird er vorerst einige Zeit bei seiner guten Tante Hanna zubringen; dann aber will er, wenn sein Vater es gestattet, Percy und Fränkchen für ein paar Tage besuchen.
Es ist noch nicht ganz sicher, ob auch Harry Quip, Willy Hodder und Joseph Whyte an der Partie teilnehmen. Wahrscheinlich wird es sich machen lassen. Und dann! heissa, dann wird es lustig! Denn alle bringen mit, was zur rechten Fröhlichkeit gehört, ein braves Herz und einen frischen, offenen Kopf.
Tom und Percy reisten zusammen bis Kansas City, von wo sie verschiedene Richtungen zu nehmen hatten.
„Adieu, Tom,“ sprach Percy bewegt, als sie sich trennten, „ich werde nie vergessen, wie gut Du gegen mich warst. Du hast wirklich einen Jungen aus mir gemacht.“
„Unsinn,“ erwiderte Tom, indem er Percys Hand herzlich schüttelte. „Was Du bist, verdankst Du Dir selbst. — Du bist,“ fügte er hinzu, „Du bist mehr als ein Junge, Du bist ein kleiner Mann. — Adieu, Percy!“