Arabella, die Biernymphe, Andalusierin! — Der Wirt ließ uns Alle die ganze Nacht durch mit ihr allein.
Ilse
Man braucht dich nur anzusehen, Moritz! — Ich kenne keinen Katzenjammer. Vergangenen Karneval kam ich drei Tage und drei Nächte in kein Bett und nicht aus den Kleidern. Von der Redoute ins Café, Mittags in Bellavista, Abends Tingl-Tangl, Nachts zur Redoute. Lena war dabei und die dicke Viola. — In der dritten Nacht fand mich Heinrich.
Moritz
Hatte er dich denn gesucht?
Ilse
Er war über meinen Arm gestolpert. Ich lag bewußtlos im Straßenschnee. — Darauf kam ich zu ihm hin. Vierzehn Tage verließ ich seine Behausung nicht — eine gräuliche Zeit! — Morgens mußte ich seinen persischen Schlafrock überwerfen und abends in schwarzem Pagenkostüm durchs Zimmer gehn; an Hals, an Knien und Ärmeln weiße Spitzenaufschläge. Täglich photographierte er mich in anderem Arrangement — einmal auf der Sofalehne als Ariadne, einmal als Leda, einmal als Ganymed, einmal auf allen Vieren als weiblichen Nebuchod-Nosor. Dabei schwärmte er von Umbringen, von Erschießen, Selbstmord und Kohlendampf. Frühmorgens nahm er eine Pistole ins Bett, lud sie voll Spitzkugeln und setzte sie mir auf die Brust: Ein Zwinkern, so drück′ ich! — O, er hätte gedrückt, Moritz; er hätte gedrückt! — Dann nahm er das Dings in den Mund wie ein Pusterohr. Das wecke den Selbsterhaltungstrieb. Und dann — Brrrr — die Kugel wäre mir durchs Rückgrat gegangen.
Moritz
Lebt Heinrich noch?
Ilse