Ich danke Ihnen, liebe Frau Bergmann. Mein Wagen wartet. Lassen Sie sich′s nicht so zu Herzen gehen. In wenigen Wochen ist unsere liebe kleine Patientin wieder frisch und munter wie eine Gazelle. Seien Sie getrost. — Guten Tag, Frau Bergmann. Guten Tag, liebes Kind. Guten Tag, meine Damen. Guten Tag. (Frau Bergmann geleitet ihn vor die Tür.)

Ina

(am Fenster)

— Nun färbt sich eure Platane schon wieder bunt. — Siehst du′s vom Bett aus? — Eine kurze Pracht, kaum recht der Freude wert, wie man sie so kommen und gehen sieht. — Ich muß nun auch bald gehen. Müller erwartet mich vor der Post und ich muß zuvor noch zur Schneiderin. Mucki bekommt seine ersten Höschen, und Karl soll einen neuen Trikotanzug auf den Winter haben.

Wendla

Manchmal wird mir so selig — alles Freude und Sonnenglanz. Hätt′ ich geahnt, daß es einem so wohl um′s Herz werden kann! Ich möchte hinaus, im Abendschein über die Wiesen gehn, Himmelsschlüssel suchen den Fluß entlang und mich an′s Ufer setzen und träumen ... Und dann kommt das Zahnweh, und ich meine, daß ich morgen am Tag sterben muß; mir wird heiß und kalt, vor den Augen verdunkelt sich′s, und dann flattert das Untier herein — — — So oft ich aufwache, seh′ ich Mutter weinen. O, das tut mir so weh — ich kann′s dir nicht sagen, Ina!

Ina

— Soll ich dir nicht das Kopfkissen höher legen?

Frau Bergmann