— Ich will meine Seligkeit nicht als Almosen!

Moritz

Aber warum denn nicht?

Melchior

Ich will nichts, was ich mir nicht habe erkämpfen müssen!

Moritz

Ist dann das noch Genuß, Melchior?! — Das Mädchen, Melchior, genießt wie die seligen Götter. Das Mädchen wehrt sich dank seiner Veranlagung. Es hält sich bis zum letzten Augenblick von jeder Bitternis frei, um mit einem Mal alle Himmel über sich hereinbrechen zu sehen. Das Mädchen fürchtet die Hölle noch in dem Moment, da es ein erblühendes Paradies wahrnimmt. Sein Empfinden ist so frisch wie der Quell, der dem Fels entspringt. Das Mädchen ergreift einen Pokal, über den noch kein irdischer Hauch geweht, einen Nektarkelch, dessen Inhalt es, wie er flammt und flackert, hinunterschlingt ... Die Befriedigung, die der Mann dabei findet, denke ich mir schal und abgestanden.

Melchior

Denke sie dir, wie du magst, aber behalte sie für dich. — Ich denke sie mir nicht gern ...