Frau Bergmann
(ans Fenster stürzend)
Nicht möglich! — Nicht möglich! —
Wendla (zugleich)
Eine Bettlade hält er unterm Kinn, fiedelt die Wacht am Rhein drauf — — eben biegt er um die Ecke ...
Frau Bergmann
Du bist und bleibst doch ein Kindskopf! — Deine alte einfältige Mutter so in Schrecken jagen! — Geh, nimm deinen Hut. Nimmt mich Wunder, wann bei dir einmal der Verstand kommt. — Ich habe die Hoffnung aufgegeben.
Wendla
Ich auch, Mütterchen, ich auch. — Um meinen Verstand ist es ein traurig Ding. — Hab′ ich nun eine Schwester, die ist seit zwei und einem halben Jahre verheiratet, und ich selber bin zum dritten Male Tante geworden, und habe gar keinen Begriff, wie das alles zugeht ... Nicht böse werden, Mütterchen; nicht böse werden! Wen in der Welt soll ich denn fragen als dich! Bitte, liebe Mutter, sag es mir! Sag′s mir, geliebtes Mütterchen! Ich schäme mich vor mir selber. Ich bitte dich, Mutter, sprich! Schilt mich nicht, daß ich so etwas frage. Gib mir Antwort — wie geht es zu? — wie kommt das alles? — Du kannst doch im Ernst nicht verlangen, daß ich bei meinen vierzehn Jahren noch an den Storch glaube.
Frau Bergmann