Absyrtus.
Gönn' ihr zu sprechen, Vater!

Aietes.
Ja oder nein?
Laß mich Sohn!—Willst du?—Sie kommt nicht.—Schlange!

(Er holt mit dem Schwert aus.)

Jason (sich vor sie hinstellend).
Du sollst sie nicht verletzen!

Absyrtus (zugleich dem Vater in den Arm fallend).
Vater, was tust du?

Aietes.
Du hast recht. Nicht sterben soll sie, leben;
Leben in Schmach und Schande; verstoßen, verflucht,
Ohne Vater, ohne Heimat, ohne Götter!

Medea.
Vater!

Aietes.
Du hast mich betrogen, verraten.
Bleib! Nicht mehr betreten sollst du mein Haus.
Ausgestoßen sollst du sein, wie das Tier der Wildnis,
Sollst in der Fremde sterben, verlassen, allein.
Folg' ihm, dem Buhlen, nach in seine Heimat,
Teile sein Bett, sein Irrsal, seine Schmach;
Leb' im fremden Land, eine Fremde,
Verspottet, verachtet, verhöhnt, verlacht;
Er selbst, für den du hingibst Vater und Vaterland
Wird dich verachten, wird dich verspotten,
Wenn erloschen die Lust, wenn gestillt die Begier;
Dann wirst du stehn und die Hände ringen,
Sie hinüberbreiten nach dem Vaterland,
Getrennt durch weite, brandende Meere,
Deren Wellen dir murmelnd bringen des Vaters Fluch!

Medea (knieend).
Vater!

Aietes.
Zurück! Ich kenne dich nicht!
Komm, mein Sohn! Ihr Anblick verpestet,
Ihre Stimme ist Todeslaut meinem Ohr.
Umklammre nicht meine Kniee, Verruchte!
Sieh ihn dort, ihn, den du gewählt;
Ihm übergeb' ich dich;
Er wird mich rächen, er wird dich strafen,
Er selber, früher als du denkst.