Jason (auf die Pforte zugehend).
Wohlan!
Medea.
Halt! Eins noch! Willst du jetzt schon sterben?
Das Vließ, am heiligen Baum
Ein Drache hütet's, grimm,
Unverwundbar seine Schuppenhaut,
Alldurchdringend sein Eisenzahn,
Du besiegst ihn nicht.
Jason.
Ich ihn, oder er mich.
Medea.
Grausamer, Unmenschlicher!
Oder er dich! und du gehst?
Jason.
Wozu die Worte?
Medea.
Halt!
Den Becher hier nimm!
Vom Honig des Berges
Dem Tau der Nacht,
Und der Milch der Wölfin
Brauset drin gegoren ein Trank.
Setz' ihn hin wenn du eintrittst,
In der Ferne stehend.
Und der Drache wird kommen,
Nahrung suchend,
Zu schlürfen den Trank.
Dann tritt hin zum Baume
Und nimm das Vließ—Nein, nimm's nicht,
Nimm's nicht und bleib!
Jason.
Törin! Her den Trank! Gib!
(Er nimmt ihr den Becher aus der Hand.)
Medea (um seinen Hals fallend).
Jason!—So küss' ich dich und so, und so, und so!
Geh in dein Grab und laß auch Raum für mich!
Bleib!
Jason.
Laß mich Weib! Mir schallt ein höhrer Ruf!