(Beide ab, die Treppe hinauf.)

(Freier Platz vor der Höhle. Im Hintergrunde die Aussicht aufs Meer, die auf der rechten Seite durch einen am Ufer liegenden Hügel verdeckt wird, hinter dem, nur mit den Masten und dem Vorderteile sichtbar, das Schiff der Argonauten liegt.) Milo, Argonauten, (teils mit Arbeiten des Einschiffens beschäftigt, teils als Wachen und ruhend gruppiert.)

Milo.
Das Schiff ist hergezogen. Gut. Doch hört!
Nicht Anker ausgeworfen! Hört ihr? (Nicht)!
Der Augenblick kann uns die Abfahrt bringen
Und ob's zum lichten Zeit dann, weiß ich nicht.

(Auf und ab gehend.)

Er kommt noch immer nicht. Daß er ihr traute!
Ich hab' ihn wohl gewarnt. Doch hört er Warnung?
Sonst ja, daheim, da horcht' er meiner Rede
Und tat auch was ihm riet mein treuer Mund
So folgsam, so ein Kind, und doch ein Mann.
Doch hier ist er verwandelt ganz und gar
Verwandelt gleich—uns allen, sagt' ich schier,
Vom gift'gen Anhauch dieses Zauberbodens.
O dieses Weib! Mir graut denk' ich an sie.
Wie sie so dastand mit den dunkeln Brauen
Gleich Wetterwolken an der finstern Stirn,
Das Augenlid gesenkt, im düstern Sinnen:
Nun hob sich's und wie Wetterleuchten fuhr
Der Blick hervor und faßt' und schlug und traf.—
Ihn traf er!—Nu die Götter mögen's wenden. Was bringen dort die
Beiden. Griechen sind's.
Ein Weib! Gebunden! Memmen ihr!—Holla!

Zwei Griechen (treten auf,)
Gora (mit gebundenen Händen in ihrer Mitte.)

Milo.
Was ist? Was bindet ihr das Weib!—Gleich löst sie!

Soldat.
Das Weib da kam an unsre Vorwacht, Herr
Und fragte nach—nu nach der Kolcherin
Die heut wir fingen.

Gora.
Kolcherin?
Ha Sklav', Medea ist's,
Des Kolcherfürsten Tochter.
Wo habt ihr sie?

Soldat.
Wir wollten sie nicht lassen, daß sie nicht
Dem Feinde Kundschaft gäb' von unsrer Lagrung
Allein sie wehrt' es und fast männlich, Herr.
Da banden wir sie, weil sie sich nicht fügte,
Und bringen sie euch her!