Phryxus.
Ja, du sollst noch hören.
Doch laß mich bringen erst mein Weihgeschenk.

(Er geht zum Altar und stößt vor demselben sein Panier in den Boden.)

Medea (kommt mit einem Becher.)

Medea (laut).
Hier Vater ist der Trank!

Aietes (sie gewaltsam auf die Seite ziehend, leise).
Schweig Törichte!
Siehst du denn nicht?

Medea.
Was?

Aietes.
Den Becher gib der Sklavin
Und schweig!

Medea.
Wer ist der Mann?

Aietes.
Der Fremden Führer, schweig!

Phryxus (vom Altare zurückkommend).
Jetzt tret' ich leicht erst in dein gastlich Haus!
Doch wer ist dieses blühend holde Wesen,
Das, wie der goldne Saum der Wetterwolke
Sich schmiegt an deine krieg'rische Gestalt?
Die roten Lippen und der Wange Licht
Sie scheinen Huld und Liebe zu verheißen,
Streng widersprochen von dem finstern Aug,
Das blitzend wie ein drohender Komet
Hervorstrahlt aus der Locken schwarzem Dunkel.
Halb Charis steht sie da und halb Mänade,
Entflammt von ihres Gottes heil'ger Glut.
Wer bist du, holdes Mädchen?