(Nach den Himmelsgegenden.)
Verbannt Jason und Medea!
Medea und Jason verbannt!
Verbannt!
Jason und Medea! Wer aber ihn beherbergt, ihn beschützt,
Von hier nach dreien Tagen und drei Nächten,
Dem künd ich Tod, wenn es ein Einzelmann,
Und Krieg, wenn's eine Stadt, wenn es ein König!
So fügt's der Spruch der Amphiktyonen
Und so verkünd ich es zu Recht,
Damit ein jeder wisse sich zu wahren. Die Götter und ihr Schutz in
dieses Haus!
(Er wendet sich zum Abgehen.)
Jason.
Was steht ihr da, ihr Mauern? stürzet ein,
Erspart die Müh' dem König, mich zu töten!
König.
Halt ein, o Herold, und vernimm noch dies!
(Zu Jason gewendet.)
Glaubst du, mich reute schon was ich gelobt?
Hielt' ich für schuldig dich, und wärst du auch mein Sohn,
Ich gäbe hin dich jenen, die dich suchen;
Doch du bist's nicht und so beschütz ich dich,
Bleib hier. Wer aber wagt es Kreons Freund,
Für dessen Unschuld er sein Wort verpfändet,—
Wer wagt es meinen Eidam anzutasten?
Ja Herold, meinen Eidam, meiner Tochter Gatten!
Was einst beschlossen ward in frühern Tagen,
In Tagen seines Glücks, ich führ es aus
Jetzt da des Unglücks Wogen ihn umbranden.
Sie sei dein Weib, du bleibst bei deinem Vater.
Also vertret ich's vor den Amphiktyonen;
Und wer beschuldigt noch wen Kreon freisprach,
Freisprach durch seiner eignen Tochter Hand? Das sag du jenen, die
dich hergesandt
Und in der Götter Schutz sei nun entlassen.
(Der Herold geht.)
Doch diese, die die Wildnis ausgespieen,
Zu deinem, aller Frommen Untergang,
Sie, die die Greu'l verübt, der man dich zeiht,
Sie bann ich aus des Landes Grenzen fort
Und Tod ihr, trifft der Morgen sie noch hier.
Zieh hin aus meiner Väter frommen Stadt
Und reinige die Luft, die du verpestest!
Medea.
Das also wär's? Mir gält' es, mir allein?
Ich aber sag euch, ich hab's nicht getan!