Kreusa.
Unselig Weib, ich halte sie ja nicht.
Medea.
Nicht mit der Hand, doch hältst du, wie den Vater,
Sie mit dem heuchlerischen, falschen Blick.
Lachst du? Du sollst noch weinen, sag ich dir!
Kreusa.
O strafen mich die Götter, lacht' ich jetzt!
König.
Brich nicht in Zorn und Schmähung aus, o Weib
Tu ruhig was dir zukommt, oder geh!
Medea.
Du mahnest recht, o mein gerechter König
Nur nicht so gütig, scheint es, als gerecht.
Wie oder auch? Nun ja, wohl beides gleich!
Ihr Kinder seht, man schickt die Mutter fort,
Weit über Meer und Land, wer weiß wohin?
Die güt'gen Menschen, euer Vater aber
Und der gerechte, gute König da,
Sie haben ihr erlaubt, von ihren Kindern,
Der Mutter von den Kindern eines, eins—
Ihr hohen Götter hört ihr's? (Eines) nur!—
Mit sich zu nehmen auf die lange Fahrt.
Wer nun von beiden mich am meisten liebt,
Der komm' zu mir, denn beide dürft ihr nicht.
Der andre muß zurück beim Vater bleiben
Und bei des falschen Mannes falscher Tochter!—
Hört ihr?—Was zögert ihr?
König.
Sie wollen nicht!
Medea.
Das lügst du, falscher, ungerechter König!
Sie wollen, doch dein Kind hat sie verlockt!
Hört ihr mich nicht?—Verruchte! Gräßliche!
Der Mutter Fluch, des Vaters Ebenbild!
Jason.
Sie wollen nicht!
Medea.
Laß jene sich entfernen!
Die Kinder lieben mich, bin ich nicht Mutter?
Doch sie winkt ihnen zu und lockt sie ab.
Kreusa.
Ich trete weg, ist gleich dein Argwohn falsch.