Phryxus.
Du auch hier Schlange?
Warst du so schön und locktest du so lieblich
Mich zu verderben hier im Todesnetz?
Mein Herz schlug dir vertrauensvoll entgegen,
Mein Schwert, den letzten Schutz gab ich in deine Hand
Und du verrätst mich?
Medea.
Nicht verriet ich dich!
Gabst du dein Schwert mir, nimm ein andres hier
Und wehre dich des Lebens.
(Sie hat einem der Umstehenden das Schwert entrissen und reicht es ihm.)
Aietes (ihr das Schwert entreißend).
Törichte!
Vom Altar fort!
Phryxus.
Ich bleibe!
Aietes.
Reißt ihn weg!
Phryxus (da einige auf ihn losgehen).
Nun denn, so muß ich sterben?—Ha, es sei!
Doch ungerochen, klaglos fall' ich nicht.
(Er reißt das Panier mit dem goldenen Vließ aus der Erde und tritt damit in den Vorgrund.)
Du unbekannte Macht, die her mich führend,
Dies Pfand der Rettung huldvoll einst mir gab
Und (Sieg und Rache) mir dabei verhieß;
Zu dir ruf' ich empor nun! Höre mich!
Hab' ich den (Sieg) durch eigne Schuld verwirkt,
Das Haupt darbietend dem Verräternetz
Und blind dem Schicksal trauend statt mir selber
So laß doch (Rache) wenigstens ergehn
Und halte deines Wortes zweite Hälfte!
Aietes.
Was zauderst du?