Medea.
Da gehn sie hin, hin die Verblendeten!—
Ein töricht Wesen dünkt mich der Mensch;
Treibt dahin auf den Wogen der Zeit
Endlos geschleudert auf und nieder,
Und wie er ein Fleckchen Grün erspäht
Gebildet von Schlamm und stockendem Moor
Und der Verwesung grünlichem Moder,
Ruft er: (Land)! und rudert drauf hin
Und besteigt's—und sinkt—und sinkt—
Und wird nicht mehr gesehn!
Armer Vater, armer Mann!
Es steigen auf vor meinen Blicken
Düstrer Ahnungen Schauergestalten,
Aber verhüllt und abgewandt
Ich kann nicht erkennen ihr Antlitz!
Zeigt euch mir (ganz), oder verschwindet
Und laßt mir Ruh, träumende Ruh!
Armer Vater! Armer Mann!—
Aber der Wille kann viel—und ich will.
Will ihn erretten, will ihn befrein
Oder untergehn mit ihm!
Dunkle Kunst, die mich die Mutter gelehrt
Die den Stamm du treibst in des Lebens Lüfte
Und die Wurzeln geheimnisvoll
Hinabsenkst zu den Klüften der Unterwelt,
Sei mir gewärtig!—Medea (will)!
Ans Werk denn!

(Zu einigen Jungfrauen die am Eingange des Turmes erscheinen.)

Und ihr des Dienstes Beflißne
Bereitet die Höhle, bereitet den Altar!
Medea will zu den Geistern rufen,
Zu den düstern Geistern der schaurigen Nacht
Um Rat, um Hilfe, um Stärke, um Macht!

(Ab in den Turm.)

(Pause. Dann tritt) Jason (rasch auf.)

Jason.
Hier hört' ich Stimmen!—Hier muß—Niemand hier?

Milo (hinter der Szene).
Holla!

Jason.
Hierher!

Milo (eben so).
Jason!

Jason.
Hier Milo, hier!