Medea.
Grieche?
Aietes.
Wer sonst?
Einer der Fremden war's, der Hellenen,
Die gekommen an Kolchis' Küste,
Argonauten, auf Argo dem Schiff,
Zu verwüsten unsere Täler
Und zu rauben unser Gut.
Medea
(Goras Hand fassend).
Gora!
Gora.
Siehst du? es ist so, wie ich sagte.
Absyrtus.
Übermütig sind sie und stark
Ja, bei Peronto! Stark und kühn!
Setzt' ich nicht nach ihm, ich und die Meinen
Hart ihn drängend, nach auf den Fersen?
Aber er führte in Kreisen sein Schwert
Keiner von uns kam ihm nah zu Leibe.
Jetzt zum Strom gekommen, warf er
Raschen Sprungs sich hinein.
Dumpf ertönte die Gegend dem Sturze,
Hoch auf spritzten die schäumenden Wasser
Und er verschwand in umhüllende Nacht.
Aietes.
Ist er entkommen dieses Mal
Fürder soll es ihm nicht gelingen!
Die kühnen Fremdlinge stolz und trotzig
Haben Zweisprach begehrt mit mir.
Zugesagt hab' ich's, den Groll verbergend
Den tödlichen Haß in der tiefen Brust
Aber gelingt mir, was ich sinne,
Und bist du mir gewärtig mit deiner Kunst,
So soll sie der frevelnde Mut gereuen,
So endet der Streit noch eh er begann.
Auf Medea, komm! Mach' dich fertig
Gut zu machen, was du gefehlet
Und zu rächen die eigene Schmach
(Deine) Sache ist's nun geworden
Haben sie doch an dir auch gefrevelt,
Gefrevelt durch jenes Kühnen Tat,
Denn wahr ist's doch, was Absyrtus mir sagte,
Daß er's gewagt mit entehrendem Kuß—
Medea.
Vater schweig, ich bitte dich—
Aietes.
Ist's wahr?
Medea.
Frage mich nicht was wahr, was nicht!
Laß dir's sagen die Röte meiner Wangen
Laß dir's sagen—Was soll ich? Gebeut!
Willst du vernichten die Schar der Frevler?
Sage nur wie, ich bin bereit!