(Mit Absyrtus ihr nach.)
(Freier Platz mit Bäumen. Links im Hintergrunde des Königs Zelt.)
Acht Abgeordnete der Argonauten (treten auf von einem) Kolchischen
Hauptmanne (geleitet.)
Hauptmann.
Hier sollt ihr weilen ist des Königs Befehl
Bald naht er selbst.
Erster Argonaut.
Befehl? Nichtswürdiger Barbar,
Für dich mag's sein, doch uns Befehl?
Wir harren deines Königs weil wir wollen,
Doch eil' er sich, sonst suchen wir ihn auf!
Zweiter Argonaut.
Laß ihn! Die Knechtesrede ziemt dem Knecht!
(Kolcher ab.)
So sind wir hier; erreicht des Strebens Ziel!
Nach mancher Fährlichkeit zu Land und See
Umfängt uns Kolchis' düstre Märchenwelt,
Von der man spricht so weit die Sonne leuchtet.
Was keinem möglich deuchte ist geschehn;
Durchsegelt ist ein unbekanntes Meer,
Das zürnend Untergang dem ersten Schiffer drohte,
Zu neuen Völkern und zu neuen Ländern
Tat sich der Weg, und was oft schwerer noch,
Tat auch der Rückweg sich uns günstig auf:
Wir sind in Kolchis, unsrer Reise Ziel.
So weit hat gnädig uns ein Gott geführt;
Doch jetzo fürcht' ich wendet er sich ab!
Wir stehn in Feindes Land, von Tod umgeben
Fremd, ohne Rat und Führer—Jason fehlt.
Er, der zum Zug geworben, ihn geführt,
Er, dessen eigne Sache wir verfechten,
Mit Milo hat er sich vom Zug entfernt,
Heut Nacht entfernt und ward nicht mehr gesehn.
Ob er im Wald verirrt, verlassen schmachtet,
Ob er ins Netz gefallen der Barbaren,
Ob ihn aus Hinterhalt der Tod ereilt
Ich weiß es nicht, doch jedes steht zu fürchten.
So aufgelöst, vereinzelt, ohne Band,
Ist jeder nun sein eigner Rat und Führer
Drum frag' ich euch, die Ersten unsrer Schar:
Was ist zu tun?
(Alle schweigen mit gesenkten Häuptern.)
Ihr schweigt. Jetzt gilt's Entschluß!
Geladen von dem König dieses Landes
Zur Zweisprach, zum Versuch der Gütlichkeit,
Schien's uns gefährlich, ob des Führers Abgang
Den Aufruf abzulehnen, der geschehn,
Und zu enthüllen unsre Not und Schwäche.
Wir gingen, wir sind hier!—Was nun zu tun?
Wer Rat weiß, spreche nun!
Dritter Argonaut.
Du bist der Ältste
Sprich du!