Rustan.
Ruhig? Ich?
Und fürwahr, hat er nicht recht?
Was hab ich getan noch, um mich
Solchen Werks zu unterwinden?
Er hat recht, hat heute recht,
Morgen nicht mehr, leb ich noch.
Oheim, gebt mir Urlaub!

Massud.
Wie?

Rustan.
Seht, mich duldet's hier nicht länger.
Diese Ruhe, diese Stille,
Lastend drückt sie meine Brust.
Ich muß fort, ich muß hinaus,
Muß die Flammen, die hier toben,
Strömen in den freien Äther,
Drücken diesen heißen Busen
An des Feindes heiße Brust,
Daß er in gewalt'gem Anstoß
Breche, oder sich entlade;
Muß der auf geregten Kraft
Einen würd'gen Gegner suchen,
Eh' sie gen sich selber kehrt
Und den eignen Herrn verzehrt.
Seht Ihr mich verwundert an?
"Nur ein Tor verhehlt den Brand",
Spracht Ihr selber, laßt mich löschen.
Gebt mir Urlaub und entlaßt mich.

Massud.
Wie, du wolltest—?

Rustan.
Was ich muß.

Massud.
Und denkst nicht—?

Rustan. 's ist bedacht.

Massud.
So vergiltst du unsre Liebe?

Rustan.
Nimmer sie hinfür mißbrauchen,
Das ist alles, was ich kann.

Massud.
Rauh und dornicht ist der Pfad.