Rustan.
König, trink nicht!
König.
Und warum?
Rustan.
Nicht aus dieses Mannes Hand,
Der durch schlau erdachte Lügen
Ab mir deine Gunst gewandt,
Und der töten kann, wie lügen;
Nicht aus dieses Mannes Hand!
König.
Ruhig sei du nur zur Stund'!
Was er sprach,
(Die Schrift in seiner Hand haltend.)
was hier geschrieben,
Ist dem Wahren treu geblieben,
Wahrheit sprach sein stummer Mund.
Und so nehm ich mit Vertrauen
Das Gefäß aus seiner Hand.
Wer wird allen denn mißtrauen,
Weil ein einz'ger nicht bestand?
Rustan.
Wohl denn! sei's zum Glück gewandt!
(Er läßt den Alten los, der den Becher dem Könige bringt.)
König.
Rustan, sieh hier diesen Becher,
Den ich erst dir zugetrunken,
Erst als Erben und als Sohn,
Sieh, ich halt ihn jetzt noch immer
Mit versöhnlichem Gemüt.
Dünkt es gut dir, aufzuklären,
Was geschehn, was du getan;—
Zwar nicht mehr als Sohn und Erbe,
Da reicht Höhres nur hinan;—
Doch mit Zeichen meiner Gnade,
Mit Geschenken reich geschmückt,
Sollst du ziehen deine Pfade,
Wie kein Sterblicher beglückt.
Laß den Frieden uns erneuen!
(Den Becher emporhebend.)