Rustan.
Nun, ich komme.

König.
Geht ihr andern! Kaleb, bleib!

(Die Diener gehen.)

Laß uns sehen diese Schrift,
Die zerstreuten einzlen Blätter,
Die dein Sohn aus der Verbannung,
Nebst der Schutzschrift, die wir lasen,
Schrieb dem tiefgekränkten Vater.
Hier stehn Namen, die ich kenne.
Horch! und—schweig! sagt' ich beinah,
Doch du schweigst ja jetzt und immer.

(Rustan ist, den übrigen folgend, bis zu des Zeltes Ausgang gekommen, dort bleibt er stehen und tut, lauschend, einige Schritte zurück. Der König liegt lesend auf dem Sofa, an dessen Seite der alte Kaleb, auf den Knien niedergekauert, zuhört. Die Lichter auf dem Tische erhellen die Gruppe. Der übrige Teil der Bühne ist dunkel.)

Der König (liest).
"An den Quellen des Wahia
Leb ich einsam, ein Verbannter,
Nah des alten Massud Hause."
Also schreibt dein armer Sohn
In dem ersten seiner Blätter. "Sah dort Mirza, seine Tochter,
Sie, die einz'ge, die vergleichbar,
Nahe mindstens kommt Gülnaren,
Meines Herrn erlauchter Tochter."
Wohl erlaucht! Hättst du's bedacht,
Dein Geschick wär' leicht und milde.

(Weiterlesend.)

"Rustan, Rustan, wilder Jäger!
Warum quälst du deine Liebe,
Suchst auf unbetretnen Pfaden
Ein noch zweifelhaft Geschick?"

(Die hintern Vorhänge werden durchsichtig und zeigen in heller Beleuchtung Mirza mit in dem Schoße liegenden Händen vor der Hütte ihres Vaters sitzend. Vor ihr steht ein Greis, in Gestalt und Kleidung ganz dem alten Kaleb ähnlich. Er hält eine kleine Harfe im Arm. Rustan, der zusammenfahrend einige Schritte zurückgewichen ist, macht, mit beiden Händen auf die beiden Greise zeigend, ihre Ähnlichkeit bemerkbar.)

König (lesend).
"Schau, sie kommt dir ja entgegen,
Sorgt um dich mit frommen Blick,