Schon vom Lager? Schon gekleidet?
Oh, mein Vater! Oh, wie gut!

(Sie geht hinein.)

(Waldgegend. Rechts im Vorgrunde der hereinspringende Fels, im
Hintergrunde die Brücke, wie zu Anfang des zweiten Aufzuges.
Dunkel.
Ferner Schlachtlärm, der sich allmählich verliert.
Dann kommt Rustan, verwundet, auf Zanga gestützt.)

Rustan.
Zanga, schau, wie steht das Treffen?

Zanga.
Treffen? Sag vielmehr: die Flucht!
Rings verlassen dich die Deinen,
Und der Rest, er liegt erschlagen
Unter Feindesschwerter Wucht.

Rustan.
Dahin kam es? Das das Ende?

Zanga.
Ei, verklage deine Hände!
Wie man schlägt, so fliegt der Ball.
Hättest du, so wie ich wollte,
Als der Feind uns hart bedrängte
In der buntverworrnen Stadt,
Wenn du damals mir vergönntest,
Feuerbrände einzuschleudern
In die schreckgeleerten Gassen,
In der Häuserreihe Zahl,
Hätten uns wohl ziehen lassen,
Stünde besser allzumal.

Rustan.
Ungeheuer! So viel Leben!—
Und wer weiß, ob es gelang?

Zanga.
Ob's gelang? Da sitzt der Knoten!
Nicht, weil's Frevel, weil's gefährlich,
Macht's der frommen Seele bang.
Und mit also schwankem Gang,
Mit so ärmlich halbem Mute
Wolltest du der Herrschaft Sprossen,
Du den steilen Weg zum Großen,
Du erklimmen Macht und Rang?
Bunt gemengt aus manchen Stoffen
Ist das Roherz der Gewalt,
Kaum der Brand von zehen Reichen
Gnügt, die Mischung auszugleichen,
Die im Tiegel kocht und wallt;
Doch ein Säkul erst im Nacken,
Dem Vergangnen ist man hold,
Feuer reint Metall von Schlacken,
Und der König glänzt wie Gold.
Doch du konntest's nicht ertragen,
Eng der Sinn, das Aug' nur weit,
Willst du siegen, mußt du wagen;
Kehre denn zur Niedrigkeit!

Rustan.
Das zu hören von dem Diener,
Von der Frevel Stifter, Helfer!