Naukleros.
Nichts ward uns kund; denn Fremde sind wir, Herr,
Und kommen von Abydos' naher Küste
Nach Sestos her, um euer Fest zu schaun.

Tempelhüter.
Doch lehrt man Sittsamkeit nicht auch bei euch?

Naukleros.
Wohl lehrt man sie, zugleich mit andern Sprüchen,
Als: sei nicht blöd! sonst kehrst du hungrig heim.

Tempelhüter.
Ich aber—

Naukleros. Seht, indes ihr hier euch abmüht
Um uns, die zwei, strömt dort das Volk in Haufen.

Tempelhüter.
Zurück da! Hört ihr wohl?

(Er wendet sich nach dem Hintergrunde und ordnet das Volk, das von der linken Seite, nahe den Stufen des Tempels, hereindringt.)

Naukleros (zu Leander). Was zerrst du mich?
Wir sind nun einmal da. Wer wagt gewinnt.
Hier ist der beste Platz. Fest auf den Sockel
Setz ich den Fuß. Laß sehn, wer mich vertreibt.
Und sieh mir um nach all der Herrlichkeit!
Das Gotteshäuslein dort, das Tor, die Säulen;
So was erblickst du nimmermehr daheim.
Schau! einen Altar setzt man in die Mitte,
Wohl um zu opfern drauf.—Doch wornach schaust du?
Blickt er zu Boden nicht! Nu, bei den Göttern!
Befällt er hier dich auch, der alte Trübsinn?
Ich aber sage dir—

(Das Volk hat sich nach und nach, der linken Seite entlang, geordnet, bis dahin wo die beiden Freunde stehen.)

Naukleros (umschauend). Nun guter Freund,
Ihr drängt gar scharf.