(Sie trägt die Lampe.)

Und wie ich lösche deinen sanften Strahl,
So möge löschen auch was hier noch flimmert,
Und nie mehr zünd' es neu ein neuer Abend an.

(Sie hat die Lampe auf den Tisch gesetzt.)

So spät noch wach?—Ei Mutter, bitte, bitte!
Nein, Kinder schlafen früh!—Nun denn, es sei!

(Sie nimmt das Geschmeide aus dem Haar und singt dabei mit halber
Stimme.)

Und Leda streichelt
Den weichen Flaum. Das ew'ge Lied! Wie kommt's mir nur in Sinn?
Nicht Götter steigen mehr zu wüsten Türmen,
Kein Schwan, kein Adler bringt Verlaßnen Trost.
Die Einsamkeit bleibt einsam und sie selbst.

(Sie hat sich gesetzt.)

Auch eine Leier legten sie hierher.
Ich habe nie gelernt darauf zu spielen.
Ich wollte wohl, ich hätt's!—Gedanken, bunt
Und wirr durchkreuzen meinen Sinn,
In Tönen lösten leichter sie sich auf. Ja denn, du schöner
Jüngling, still und fromm!
Ich denke dein in dieser späten Stunde,
Und mit so glatt verbreitetem Gefühl,
Daß kein Vergehn sich birgt in seine Falten.
Ich will dir wohl, erfreut doch, daß du fern;
Und reichte meine Stimme bis zu dir,
Ich riefe grüßend: Gute Nacht!

Leander (im Hintergrunde von außen am Fenster erscheinend).
Gut Nacht!

Hero.
Ha, was ist das?—Bist, Echo, du's, die spricht?
Suchst du mich heim in meiner Einsamkeit?
Sei mir gegrüßt, o schöne Nymphe!