Tempelhüter. Wohl!

Priester. Und Heron sage—

(Eine Rolle aus dem Busen ziehend.)

Gib ihr dies Schreiben, das von ihren Eltern
Nur eben kam, und das—Vielmehr, laß nur!—
Sag ihr, daß ich die Dienerin beschied.

(Der Tempelhüter ab in den Turm.)

Priester. Abydos!
Was ist's, daß dieser Name mich durchfährt?
War aus Abydos nicht das Fremdenpaar,
Das jüngst im Hain—Wahnsinn, es nur zu denken!
Und doch! Ist nicht das Jünglingsalter kühn,
Und bleibt nicht gern auf halbem Wege stehn,
Vor allem wo Verbotnes lockt. Wenn sie
Versucht, das Abenteuer zu bestehn,
Das mein Dazwischentritt gestört, und Hero,
Unwissend trüge sie des Wissens Schuld,
Nebstdem, daß sie noch jung und neu im Leben,
Noch unbelehrt zu meiden die Gefahr,
Ja zu erkennen sie.—Genug, genug!
In meinem Innern reget sich ein Gott,
Und warnt mich, zu verhüten, eh's zu spät!

(Der Tempelhüter ist zurückgekommen.)

Priester.
Nun?

Tempelhüter. Hero hält Janthen noch bei sich.
Die Priestrin ruht, gelehnt auf weichen Pfühl,
Das Mädchen kniet vor ihr, und spricht und tändelt.
Man läßt dich bitten, Herr—

Priester. Sie zögern, wie?
Heiß du Janthen Augenblicks mir nahn.