(Leander stürzt aus der Hütte, das Haupt mit einem Helme bedeckt, den Schild am Arme, ein bloßes Schwert in der Hand.)
Leander.
Komm an! komm an! Warum nicht hältst du mich?
Noch ist mir meines Vaters Helm und Schwert,
Und Tod dräut jedem, der sich widersetzt. Tor, der du bist! und
denkst du den zu halten,
Den alle Götter schützen, leitet ihre Macht?
Was mir bestimmt, ich will's, ich werd's erfüllen:
Kein Sterblicher hält Götterwalten auf. Ihr aber, die ihr rettend
mich beschirmt
Durch Wellennacht:
(Er kniet.)
Poseidon, mächtiger Gott!
Der du die Wasser legtest an die Zügel,
Den Tod mir scheuchtest von dem feuchten Mund.
Zeus, mächtig über allen, hehr und groß!
Und Liebesgöttin, du, die mich berief,
Den kundlos Neuen, lernend zu belehren
Die Unberichteten was dein Gebot.
Steht ihr mir bei und leitet wie bisher!
(Aufstehend und Schild und Schwert von sich werfend, den Helm noch immer auf dem Haupte.)
Drum keine Waffen! Euer Schutz genügt.
Mit ihm geharnischt, wie mit ehrner Wehr,
Stürz ich mich kühn in Mitte der Gefahren.
(Schnell den Stab mit dem Schleiertuche aufnehmend und die dareingeknüpfte Schleife an die Spitze des Stabes befestigend, indes er das andere Ende mit der Hand daran festhält.)
Und dieses Tuch, geraubt von heil'ger Stelle,
Schwing ich als Wimpel in vermeßner Hand.
Es weist den Weg mir durch die Wasserwüste,
Und läßt ein Gott erreichen mich die Küste,
Pflanz ich, ein Sieger, es auf den erstiegnen Strand.
Erlieg ich, sei's durch Euch! und also fort!
(Das Tuch flaggenartig schwingend.)
Amor und Hymen, ziehet ihr voran,
Ich komm, ich folg, und wäre Tod der Dritte!