Hero.
Und kommt die Nacht—Sie bricht ja wirklich ein.
Da ist mein Turm, dort flüstern leise Wellen;
Und gestern war er da, und heut versprach er.
War's gestern auch? Mich deucht es wär' so lang.
Mein Haupt ist schwer, die wirren Bilder schwimmen.
Des Tages Glut, die Sorge jener Nacht,
Die keine Nacht, ein Tag in Angst und Wachen—
Das liegt wie Blei auf meinem trüben Sinn.
Und doch ein lichter Punkt in all dem Dunkel:
Er kommt. Gewiß? Nur noch dies eine Mal!
Dann bleibt er fern.—Wer weiß? Auf lange Zeit.
Und spät erst, spät—Ich muß nur wachsam sein!
(Den Kopf in die Hand lehnend.)
(Der Priester kommt mit dem Tempelhüter.)
Priester.
So kommt sie nicht?
(Der Tempelhüter zeigt schweigend auf die Ruhende.)
Priester (zu ihr tretend). Hero!
Hero (aufschreckend). Bist du's, mein Freund?
Priester.
Ich bin's, und bin dein Freund.
Hero (aufstehend). Sei mir gegrüßt!
Priester.
Der Bote deiner Eltern weißt du wohl—