Hero.
Verzeih! Du weißt, das kann nicht ohne mich,
Die Mädchen sind der Priesterin befohlen,
Und meine Rechte kenn ich so wie meine—
Ich kenne, Herr, mein Recht.
Priester. Wie meine Pflichten;
Du wolltest sagen so.
Hero. Ich wollte, Herr;
Und sag es jetzt: auch meine Pflichten kenn ich,
Wenn Pflicht das alles, was ein ruhig Herz,
Im Einklang mit sich selbst und mit der Welt,
Dem Recht genüber stellt der andern Menschen.
Priester.
Dem Recht der Götter nicht?
Hero. Laß uns nicht klügeln!
Gib deinem Bruder und dir selbst sein Teil:
Die Götter sind zu hoch für unsre Rechte.
Priester.
Du bist gereift.
Hero. Nun, Herr, die Sonne scheint,
Und auch der Mond läßt wachsen Gras und Kraut.
Priester.
Da du so streng ob deinen Rechten hältst,
So muß ich bitten dich, mir zu verzeihn,
Daß ich erbrochen deiner Mutter Schreiben.
Hero.
Was mein ist, ist auch dein.
Priester. Ich wollte wohl,
Du läsest diesen Brief, ob einer Warnung
Die er enthält.