Berta.
Ist verwundet? Wie, mein Vater?
O ich will ihn pflegen, warten,
Sorglich heilen seine Wunden,
Und er soll gar bald gesunden
An der Tochter frommen Brust.

Hauptmann.
Nun mich freut's, daß meine Botschaft,
Euch gefaßter, mut'ger trifft,
Als ich fürchtete und—hoffte.

Günther.
Also war's doch seine Stimme!
Ich will alsogleich hinaus—

Hauptmann.
Bleib! Bereite lieber alles,
Denn man bringt ihn schon hierher.
Hart traf ihn der Stoß des Räubers—

Berta.
Ha!—des Räubers?

Hauptmann.
Wohl, des Räubers;
Wessen sonst? Doch ja, Ihr wißt nicht.—
Wir durchstreiften rings die Gegend,
Euern Vater in der Mitte,
Denn trotz meiner warmen Bitte,
Blieb er, tief die Kränkung fühlend,
Die ich schuldlos ihm gebracht,
Helfend, leitend unter uns—
Horch! Da rauscht's durch die Gebüsche,
Und die Wachen rufen's an.
Keine Antwort. Meine Leute
Froh ob der gefundnen Beute
Stürzen jubelnd drauf und dran.
Und nach einem jener Gänge
Die in wildverworrner Menge,
Halb verfallen, weit umhin
Dieses Schlosses Wall umziehn,
Sahn wir einen Schatten fliehn.
Euer Vater stand der Nächste,
Und mit vorgehaltnem Degen
Stürzt er jugendlich verwegen,
Nach dem Räuber in den Gang.
Da ertönt ein matter Schrei.
Eilig stürzen wir herbei.
Euer Vater liegt am Boden,
Ohne Leben, ohne Odem,
Seiner selbst sich nicht bewußt,
Einen Dolch in seiner Brust.

Berta.
Einen Dolch?

Hauptmann.
Ja, liebes Fräulein!

Berta.
Einen Dolch?

Hauptmann.
Ja, einen Dolch.