(Zu Medeen.)
Tritt näher!—näher!—
Doch erst Lösch' deine Fackel, sie blendet mir das Aug!
Medea
(die Fackel am Boden ausdrückend). Das Licht ist verlöscht, es ist Nacht, o Herr!
Aietes.
Jetzt komm!—Doch erst sag' an wer dir erlaubt,
Zu fliehn, des väterlichen Hauses Hut
Und hier, in der Gesellschaft nur der Wildnis
Und deines wilden Sinns, Gehorsam weigernd,
Zu trotzen meinem Worte, meinem Wink?
Medea.
Du fragst?
Aietes.
Ich frage!
Medea.
Reden soll ich?
Aietes.
Sprich!
Medea.
So höre wenn du kannst und zürne wenn du darfst.
O könnt' ich schweigen, ewig schweigen!
Verhaßt ist mir dein Haus
Mit Schauder erfüllt mich deine Nähe.
Als du den Fremden erschlugst,
Den Götterbeschützten, den Gastfreund
Und raubtest sein Gut,
Da trugst du einen Funken in dein Haus,
Der glimmt und glimmt und nicht verlöschen wird,
Gössest du auch darüber aus
Was an Wasser die heil'ge Quelle hat,
Der Ströme und Flüsse unnennbare Zahl
Und das ohne Grenzen gewaltige Meer.
Ein törichter Schütze ist der Mord,
Schießt seinen Pfeil ab ins dunkle Dickicht,
Gewinnsüchtig, beutegierig,
Und was er für ein Wild gehalten,
Für frohen Jagdgewinn,
Es war sein Kind, sein eigen Blut,
Was in den Blättern rauschte, Beeren suchend.
Unglücksel'ger was hast du getan?
Feuer geht aus von dir
Und ergreift die Stützen deines Hauses
Das krachend einbricht
Und uns begräbt.—