Gora.
Kolcherin?
Ha Sklav', Medea ist's,
Des Kolcherfürsten Tochter.
Wo habt ihr sie?

Soldat.
Wir wollten sie nicht lassen, daß sie nicht
Dem Feinde Kundschaft gäb' von unsrer Lagrung
Allein sie wehrt' es und fast männlich, Herr.
Da banden wir sie, weil sie sich nicht fügte,
Und bringen sie euch her!

Milo.
Löst ihre Bande!

(Es geschieht.)

Gora.
Wo ist Medea? Wo ist mein Kind?

Milo.
Dein Kind?

Gora.
Ich hab' sie gesäugt gepflegt.
Als eine Mutter mein Kind. Wo habt ihr sie?
Sie sagen: freien Willens sei sie geblieben
Bei euch in eures Lagers Umfang;
Aber 's ist Lüge, ich kenne Medea
Ich kenne mein Kind.
Gefangen haltet ihr sie zurück.
Gebt sie heraus! Wo ist sie?

Milo.
Ganz gut kommst als Genossin du für sie
Leicht fände sie sich einsam unter Menschen.
Bringt sie ins Schiff!

Gora.
So weilt sie dort?

Milo.
Geh nur!
Zu bald wirst du sie noch erblicken!—Geh!