Vier Augen drohen in Toledo mir
Voll Wasser zwei, und andre zwei voll Feuer.
Sie wollte sich von meinem Bild nicht trennen,
Dem Tode selbst, so schien es, trotzte sie.
Doch braucht' es nur mein streng gebietend Wort,
So hing sie's wieder an die alte Stelle.
Schauspielerkünste waren's, weiter nichts.
Doch ob sie's auch dem Rahmen eingefügt?
Da ich auf lange diesen Ort verlasse
Sei alles so wie früher unverrückt
Und dieses Vorgangs letzte Spur verschwunden.
(Er geht ins Seitengemach. Pause, während welcher der Diener die von Rahel abgelegten Kleider vom Stuhle aufnimmt und über den Arm hängt, die Krone aber in der Hand hält.)
(Der König kommt zurück, Rahels Bild haltend.)
König.
Mein Bildnis fort und dies an seiner Stelle—
Ihr eignes ist's. Es brennt in meiner Hand.
(Das Bild auf den Boden schleudernd.)
Fort mit dir, fort! Geht so weit denn die Frechheit?
Das darf nicht sein! Indes ich ihrer selbst
Nur mit gerechtem Widerwillen denke,
Schürt sie, gemalt, mir Glut in meiner Brust.
Und dann mein eigen Bild in ihren Händen!
Man spricht von magisch unerlaubten Künsten,
Die dieses Volk mit derlei Zeichen übt
Und etwas, wie von Zauber, kommt mich an.
(Zum Diener.)
Nimm dies vom Boden auf und eile spornstreichs
Bis du sie einholst.
Diener.
Wen, Gebieter?
König.
Wen?
Nun eben Garceran und jene beiden,
Stell dies zurück den Mädchen und begehre—
Diener.
Was, hoher Herr?
König.
Soll ich die eignen Diener
Zu Mitbewußten machen meiner Scham?
Ich will nur selbst den Tausch, wär's Not, erzwingen.
Nimm auf das Bild!—Ich selbst berühr es nicht.
(Der Diener hat das Bild aufgehoben.)
Wie ungeschickt! Birg's nur in deiner Brust;
Doch wär' es dort erwärmt von fremder Wärme!
Gib her, ich nehm es selbst, und folge mir;
Wir holen sie noch ein.—Bedenk ich's recht,
So kann, da einmal rege der Verdacht,
Ein Unfall sie betreffen, ja Gewalttat,
Da schützt zumeist mein eigenes Geleit.
Du aber folge mir!
(Er hat das Bild angeblickt und dann in den Busen gesteckt.)
Ist dort nicht seitwärts
Das Schloß Retiro, wo mein Ahn, Don Sancho
Mit einer Maurin, aller Welt verborgen—
Diener.
So ist's, erlauchter Herr.