Hauptmann. Hört Ihr?
Ramee. Laßt nur!
Geschrei (im Hintergrunde).
Hoheisa! Die Zigeuner!
(Im Hintergrunde tritt schlechte Musik auf. Einige Paare folgen sich bei den Händen haltend und zum Tanze anschickend. Die anwesenden Soldaten sammeln sich bei dem dort stehenden Marketenderzelte. Musik und Tänzer gehen hinein. Gelächter, Zutrinken.)
Klesel (von der rechten Seite kommend).
Du heil'ger Gott! bin ich im Christenlager,
Und dient kathol'schen Fürsten dieses Heer?
Ramee. Wenn Euch das kränkt, seid wohlgemut,
Das Lager wird Euch fürder nicht mehr ärgern.
Ihr seid nach Prag berufen, wissen wir,
Der Kaiser sieht Euch hier nicht allzugern.
Wann reist Ihr ab?
Klesel. Wenn's meine Pflicht erheischt,
Die keineswegs mir Prag bis jetzt bezeichnet.
Der Seelenhirt gehört in seinen Sprengel.
Ramee. Und ist Eu'r Sprengel hier im Lager? Neustadt,
Neustadt und Wien, dort leuchte Euer Licht.
Ihr seid hier Schuld an manchem Schief' und Argem,
Setzt Eure Meinung durch und führt den Krieg
Als eine Wallfahrt nach 'nem Gnadenort,
Nebstdem daß wenig Gnad' in Euerm Tun.
Verkehrt Ihr doch mit eitel Protestanten
Und wendet Euerm Herrn die Herzen ab,
Die ihm bereit aus den getreuen Landen.
Doch ist zur Zeit ein andres Regiment.
Mathias, dieses Lagers Fürst und Führer,
Er fand den Rückweg nicht der andern Flücht'gen,
Und die Erzherzoge, die Ihr berieft
Aus Gräz und Wien, zu einem Ratschlag heißt es,
Sie sind im Lager, treten in sein Amt
Und werden Euerm Flüstern wenig horchen.
Klesel. Ob Ihr beleidigt mich, es sei verziehn,
Allein um aller Heil'gen willen sagt
Was von Erzherzog Mathias Euch bekannt.
Ramee. Bekannt, daß nichts bekannt. Er ist nicht hier,
Ob nun in Wien, ob—Hoffen wir das Beste,
Euch sei genug: im Lager ist er nicht.
Drum reist nur ab; wenn Ihr nicht vorher noch
Bei denen, die ihm folgen im Befehl
Und die dort nahn, wollt Euer Heil versuchen.
Stellt euch in Ordnung! Die Erzherzoge.