Prokop. Man weiß nicht, Herr, die Richtung.
Rudolf (zu Herzog Julius).
Ich sage dir: er ging zurück nach Wien.
Ihm fehlt der Mut. Ich kenne diesen Menschen:
Zum Anfang rasch, doch zögernd kommt's zur Tat.
(Zu Prokop.) Ich danke dir mein Freund und weiß genug;
Der Aufstand ist am Schluß wie dein Bericht.
Prokop. Obgleich sich der Erzherzog nun entfernt,
Blieb doch an seiner Stelle Bischof Klesel,
Der mit der Grenze meuterisch verkehrt.
Rudolf. Wie war das? Klesel? Ist er doch in Neustadt,
Wohin ich ihn gebannt, in seinem Sprengel.
Prokop. Er ist in Brünn, wo ich ihn selber sprach
Von wegen meines sicheren Geleits,
Und steht vor allen nahe dem Erzherzog.
Rudolf (zu Herzog Julius).
Das wäre schlimm. Wenn jener list'ge Priester
Das was dem andern fehlt, den Mut, die Tatkraft,
Ihm gösse in die unentschiedne Seele.
Das wäre schlimm, und denk ich fort und weiter,
Vergrößert sich's zu wirklicher Gefahr.
(Zu Prokop.) Ich dank Euch guter Freund! Ihr seid entlassen,
Und Euer Kind, es zähl' auf meinen Schutz.
(Da Prokop sich entfernt und die Türe offensteht.)
He Wolfgang Rumpf! Wolfgang Rumpf!
Wolfgang Rumpf (eintretend).
Hier Majestät.
Rudolf. Bringt die Berichte dieser letzten Tage,
Und was an Briefen, in mein Kabinett.
Und will ich künftig ungestört mich wissen,
So hindert's nicht, daß, wenn das Haus in Flammen,
Ihr dennoch kommt und ansagt: Herr, es brennt.