Was zögerst du? ruf sie herüber, sag ich.
(Rumpf ab.)
Nun Herzog Julius, fühlt Ihr noch die Kraft
Das Schwert zu schwingen in der alten Rechte?
Mich selbst befällt ein Hauch der Jugendzeit
Und an der Spitze, denk ich, meiner Treuen
Hinauszuziehn, um Stirne gegen Stirn
Den Aufruhr zu befragen was sein Ziel.
Nicht daß mich lockt die stolze Herrschermacht
Und wüßt' ich Schultern die zum Tragen tüchtig,
Ich schüttelte sie ab als ekle Last,
Von da an erst ein Mensch und neu geboren,
Doch wenn es wahr, daß Gott die Kronen gibt,
Geziemt es Gott allein nur sie zu nehmen,
Sie abzulegen, selbst, auch ziemt sich nicht.
Wo ist mein Degen? Wolfgang! Wolfgang Rumpf!
Er lehnt am Tisch zunächst an meinem Bette.
(Da Herzog Julius auf das Kabinett zugeht.)
Herr, Ihr bemüht Euch selbst? Habt Dank, o Lieber!
(Herzog Julius ins Kabinett ab.)
Rudolf (gegen den Haupteingang gewendet).
Hört mich denn niemand? Sind sie schon geflohn
Vom Niedergang gewendet zu dem Aufgang?
Das soll sich ändern, ja es soll, es muß.
(Herzog Julius kommt zurück.)
Rudolf. Ihr bringt den Mantel auch? Habt Ihr doch recht
Die Welt verlangt den Schein. Wir beide nur
Wir tragen innerhalb des Kleids den Orden.
(Nachdem er mit Herzog Julius Hilfe den Mantel umgehängt.)
Den Degen legt nur hin! Ist doch das Eisen
Fast wie der Mensch. Geschaffen um zu nützen,
Wird es zur schneid'gen Wehr und trennt und spaltet
Die schöne Welt und aller Wesen Einklang.
Ich höre kommen. Nun wir sind bereit,
Und frommt die Milde nicht, so hilft das Schwert.